10 Tipps, wie Sie das richtige Lernmanagementsystem für Ihr Unternehmen finden

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LMS finden
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Immer mehr Unternehmen und Organisationen nutzen für die interne Aus- und Weiterbildung ein Lernmanagementsystem (LMS). Wer ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten hat, weiß, wie hoch die Kosten für Präsenzschulungen sind. Reisekosten, Zeitaufwand und Kursgebühren sind nur einige, die anfallen. Mit dem richtigen System zur Verbreitung von Lerninhalten fallen diese Kosten weg, und Sie können alle Kursinhalte leicht mit einer großen Anzahl von Lernenden teilen. 

Es gibt viele Anbieter für E-Learning Systeme und einige wichtige Unterschiede.

Um das richtige LMS für Ihr Unternehmen zu finden, sollten Sie sich gut informieren und die Bedürfnisse Ihres Unternehmens genau kennen. Denn kein Unternehmen kann es sich leisten, Zeit und Geld für ein LMS zu investieren, das sich als unpassend und nicht effizient herausstellt.

Wir erklären, welche Schritte nötig sind, damit Sie mit der richtigen LMS das Beste für Ihr Unternehmen rausholen. 

2. Die wichtigsten Aspekte bei der Wahl eines Lernmanagementsystems

Das perfekte LMS ist schwer zu finden, in der Regel spielen bei der Auswahl eines LMS die folgenden Aspekte eine wichtige Rolle:

  • Funktionalität
  • Technologie
  • Kosten 
  • Implementierungsaufwand

Mittlerweile können z. B. die meisten Lernplattformen über eine Internetverbindung aufgerufen werden. Ob im Home office, im Büro oder auf Reisen, mit ein paar Klicks führen direkt zur gewünschten Schulung.

2. Welche Ziele will ich mit einer E-Learning-Plattform erreichen?

Als Unternehmen sollten Sie Gründe und Ziele genau definieren. Mögliche Ziele sind:

  • Kosten senken,
  • ein flexibles Angebot an Seminaren bieten,
  • vermehrt mobiles Lernen für Mitarbeitende anbieten,
  • eine internationale Zielgruppe erreichen,
  • die Kompetenz der Mitarbeitenden verbessern,
  • das Marketing und die Kundenbindung verbessern.

3. Welche Lernprozesse gibt es im Unternehmen bereits? Und wie kann die neue LMS in bereits bestehende Entwicklungsszenarien integriert werden?

In vielen Unternehmen gibt es eine lebendige Lernkultur. Digitales Lernen sollte sich hier integrieren. Bei den Überlegungen helfen diese Fragen:

  • Welche Inhalte wollen wir online anbieten? 
  • Sollen die bisherigen Präsenz und online Kurse kombiniert werden oder wollen wir komplett neue E-Learning Kurse gestalten?
  • Zu welchen Themen wollen wir E-Learning anbieten?
  • Welche Zielgruppe wollen wir ansprechen und wer wird die Plattform nutzen?
  • Welche Wünsche hat oder haben unsere Zielgruppe(n)?

4. Worauf muss ich bei einem LMS achten?

Nicht jedes LMS erfüllt die gleichen Anforderungen. Diese Punkte sollen beim Vergleich der Anbieter und Systeme helfen. 

Design des LMS

Einer der wichtigsten Aspekte ist das Design des Lernmanagementsystems. 

Es gibt LMS, die sich bis ins Detail an das Design Ihres Unternehmens anpassen lassen. Ist das nicht nötig, kann man auch LMS nutzen, bei denen sich z. B. nur das Firmenlogo, die Farbe und die Schrift flexibel einstellen lassen.

Technische Anforderungen

Viele Unternehmen besitzen schon Lernmaterial in Form von Powerpoints und PDFs. Ein LMS sollte existierende Lernmittel einbauen oder online Kurse erstellen können. Dazu gehören schon vorhandene Web-based Trainingskurse. Auch das Abspielen diverser Medien wie Videos oder Podcasts sollte standardmäßig möglich sein.

Mobiles Lernen

Bisher wurden online Kurse hauptsächlich Computer oder Laptop im Büro oder im Homeoffice absolviert. Der Trend für mobiles Lernen verbreitet sich immer mehr. Deshalb werden viele LMS jetzt auch für Tablets und Smartphones angepasst oder sind von Anfang an darauf ausgerichtet. Das bedeutet, Mitarbeiter können die Lerneinheiten auch außerhalb der Arbeitszeit oder während Abwesenheit vom Arbeitsplatz erledigen. 

Soll es Schnittstellen zur IT geben?

Oft sind Schnittstellen mit anderen Softwarelösungen vorteilhaft. Eine Mitarbeiter Datenbank muss vielleicht mit anderen Daten der Personalabteilung oder einer Produktdatenbank verknüpft werden. Das LMS sollte Verknüpfungsmöglichkeiten mit existierender Software erlauben.

5. Wie unterscheiden sich die häufigsten LMS-Plattformen?

Grundsätzlich gibt es zwei große LMS Kategorien. Welche für Sie richtig ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Zielen Ihres Unternehmens ab.

  • Kommerzielle LMS

Ein Lernmanagement-System, das von einem Softwarespezialisten entwickelt worden ist, hat einige Vorteile. Der Anbieter passt die Plattform genau auf Ihr Unternehmen an. Häufig wird eine monatliche ‚Miete‘ berechnet, in der Training für Benutzer sowie technischer Support und Upgrades enthalten sind. Tauchen Probleme auf, ist der Anbieter ihr Ansprechpartner.

Erweiterungen und neue Funktionen können Sie passgenau beim Anbieter in Auftrag geben und so kann die Plattform mit den steigenden Ansprüchen Ihres Unternehmens wachsen.

Nachteile:

Die Kontrolle über die Plattform ist limitiert.

Der Softwareanbieter könnte sein Angebot ändern und den Bedürfnissen Ihres Unternehmens nicht mehr gerecht werden. 

Sie sollten auch darauf achten, wie sich der Preis zusammensetzt (Anzahl der Lernenden und/oder Anzahl der absolvierten Lerneinheiten). 

  • Open Source LMS

Open Source bedeutet, dass der Kern-Code der Lernsoftware offen zugänglich ist und dem Anbieter nicht gehört. Open Source Lizenzen sind kostenlos und werden durch Erweiterungen verschiedener Anbieter immer weiterentwickelt; Kosten entstehen durch Hosting, Anpassungen, Training und Support. Eine Open Source-Lösung zeichnet sich durch einen größeren Funktionsumfang, flexible Anpassungsmöglichkeiten und Unabhängigkeit vom Anbieter aus. 

Nachteile:

Obwohl Open Source LMS kostenlos sind, kann es viel Zeit und Geld kosten, sie optimal auf Dein Unternehmen anzupassen. Nachlässige Wartung kann dazu führen, dass Sicherheitsrisiken entstehen.

Beispiel open Source LMS:

6. Was ist SCORM?

SCORM ist eine Schnittstelle, um ein externe erstellte Online-Schulung mit einem Lernmanagement-System zu verbinden.

Über die Schnittstelle werden dann Daten in das LMS übergeben, z. B. ob alle Seiten eines Kurses besucht oder ein Quiz erfolgreich bestanden wurde.

Neben SCORM gibt es auch andere Schnittstellen, die allerdings in Deutschland nicht so verbreitet sind. Als Nachfolger von SCORM gilt TinCan bzw. xAPI, mit denen nicht nur das Bestehen oder Nichtbestehen eines Kurses protokolliert wird, sonder auch andere Lernerfahrungen in einem System hinterlegt werden können.

7. Funktionen, die eine LMS unbedingt haben sollte 

Die Anpassung des Lernprogramms sowie Produktschulungen oder die Einweisung neuer Mitarbeiter sind immer wiederkehrende Tätigkeiten. Auf einer guten Plattform sind diese Aufgaben leicht zu erledigen.

Natürlich sollte die Darstellung der Inhalte auch über verschiedene Medien wie Video und Bilder möglich sein. 

Für die Verwaltung der Teilnehmer, der Kurse und der Lehrinhalte inklusive Aufgabenstellung können Redakteure eingesetzt werden. Um den Lernfortschritt zu überprüfen, lassen sich Lernberichte, Zertifikate und Statistiken aufrufen. 

Auch die Kommunikation untereinander ist wichtig, um die Gruppendynamik zu stärken. Damit eine Gruppe miteinander kommunizieren können sind ein Forum und eine Chatfunktion unentbehrlich. Immer öfter werden LMS auch in soziale Medien eingebunden.

Hier sehen Sie alle wichtigen Funktionen auf einen Blick

  • Verwaltung von Kurse und Tests
  • Erstellung und Bereitstellung von Inhalten
  • Verwaltung der Teilnehmenden
  • Kommunikationsmöglichkeiten unter Nutzern und mit Management
  • Mitverfolgung der Lernfortschritte
  • Statistische Auswertung und Berichterstellung

8. Wie kann ich einen Kurs erstellen?

Um direkt auf einer Lernplattform online Kurse zu gestalten, werden sogenannte Editoren benutzt. Mit einfachen Editoren binden Sie vorhandene Medien wie Videos, Bilder, Web basierende Trainingseinheiten, Power Points und PDFs ein.

Für umfangreiche Kursinhalte gibt es oft Vorlagen, durch die Elemente wie Bildgalerien, Quizvorlagen, Animationen, Maps oder Slides eingebaut werden können. 

Die verschiedenen Aufgaben der Kurserstellung können dabei aufgeteilt werden. So können bei einigen Editoren z. B. die Autorin am Text arbeiten, während der Grafiker gleichzeitig die Bilder bearbeitet.

9. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Grundsätzlich entstehen Kosten für die Lernplattform selbst und für die Kurserstellung. Der E-Learning-Markt bietet unzählige Modelle für eine Reihe von Nutzungs-Szenarien an. 

Die Kosten sind abhängig von der LMS-Plattform, der Anzahl der Dienstleistungen und Funktionen sowie der Anzahl der Nutzer und Redakteure. Bei der Kalkulation sollte man auch Kosten für weiteres Wachstum, neue Funktionen, Support und Training im Auge behalten.

10. Tipps, die bei der Entscheidung helfen sollen

Tipp 1: Nur das Nötigste

Bei einem LMS mit umfangreichem Funktionsangebot werden nicht immer alle Funktionen benötigt. Damit die Benutzung für den User so einfach und effektiv wie möglich ist, sollte man die Funktionen immer auf das Nötigste beschränken.

Tipp 2: Nachbuchen kann teuer werden

Ein immer größerer Funktionsumfang kann die Kosten in die Höhe treiben. Vergleicht man LMS Komplettlösungen mit einem LMS-Baukastensystem, wird deutlich: Bei einem Baukastensystem und längerem Nutzungszeitraum entstehen durch das Nachbuchen zusätzlicher Funktionen weitere Kosten.

Tipp 3: Aktive und passive Nutzer kosten Geld

Beim Preis für ein LMS ist oft auch die Anzahl der Nutzer und Redakteure ausschlaggebend. 

Alle, die auf einer LMS-Plattform angemeldet sind, gelten in der Regel als potenzielle Nutzer. Jeder Nutzer kostet Geld, auch diejenigen, die nicht mehr aktiv an den Onlinekursen teilnehmen. Um Kosten zu sparen, sollte die Liste der Lerner, Redakteure und Editoren regelmäßig aktualisiert werden. 

Fazit:

Lernmanagementsysteme gibt es viele. Das Richtige zu finden ist nicht leicht. Damit der Einstieg in die digitale Lernmethode reibungslos verläuft, müssen Bedürfnisse des eigenen Unternehmens und Ziele, die man erreichen will, klar definiert sein. Mit der richtigen 

E-Learning-Plattform kann ein Unternehmen Prozesse wie Training, Informationsfluss und Verwaltung vereinfachen und so letztendlich Zeit und Kosten sparen. 

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