Bundesregierung richtet Nationale Weiterbildungsstrategie stärker auf Digitalisierung aus

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NWS-Pressekonferenz
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger mit Partnern der Nationalen Weiterbildungsstrategie - Foto: J. Konrad Schmidt / Handout BMAS

Die Bundesregierung ihre Nationale Weiterbildungsstrategie, die sie gemeinsam mit den Bundesländern sowie den Sozial- und Wirtschaftspartnern verfolgt, neu ausrichten. Das kündigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am 27. September 2022 in Berlin an. „Ziel ist, dass die Beschäftigten von heute auch die Arbeit von morgen im Wandel leisten können“, sagte der SPD-Politiker.

Mit ausgeweitetem Engagement und gebündelten Aktivitäten aller Partner habe die Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) das Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland zu erhöhen sowie Beschäftigte und Unternehmen angesichts der Transformation der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft noch stärker für Weiterbildung und Qualifizierung zu gewinnen, erklärte das Arbeitsministerium. Die NWS liegt demnach in der gemeinsamen Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und wird unter enger Einbindung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), der Bundesländer, der Wirtschaftsverbände und Sozialpartner sowie der Bundesagentur für Arbeit (BA) weiterentwickelt.

Heil stellte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz außerdem eine „Offensive für das Thema Ausbildung“, ein Qualifizierungsgeld im kommenden Jahr sowie eine neue Bildungszeit und Bildungsteilzeit in Aussicht. Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) versprach zur Fortführung und Weiterentwicklung der Weiterbildungsstrategie den Start einer „Exzellenzinitiative berufliche Bildung“. „Fach- und Arbeitskräfte werden heute händeringend gesucht, und zugleich stehen wir vor großen Transformationsprozessen“, sagte sie. „Wir brauchen die Menschen, die diese dringend notwendigen Veränderungen buchstäblich in die Hände nehmen.“

Der Digital-Branchenverband Bitkom begrüßte die aktualisierte Nationale Weiterbildungsstrategie. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder verwies in einer Stellungnahme darauf, dass sieben von zehn Unternehmen in Deutschland laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom gezielt in die digitale Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren. „Gleichzeitig fehlt für die Digitalisierung jedoch zunehmend Personal. Mit derzeit 96.000 freien Stellen für IT-Fachkräfte quer durch alle Branchen herrscht in Deutschland ein struktureller Fachkräftemangel. Zur Stärkung der Innovationskraft unserer Wirtschaft und der Kompetenz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen wir digitale Grundfertigkeiten durch effektive und niedrigschwellige Weiterbildungsangebote noch intensiver fördern“, sagte Rohleder.

Der Bitkom begrüße daher, dass die Nationale Weiterbildungsstrategie im Bereich des Digitalen gestärkt worden sei und die Nationale Online-Weiterbildungsplattform (NOW!) jetzt angegangen werden soll. „Es ist wichtig, dass mehr Transparenz in die komplexe deutsche Weiterbildungslandschaft gebracht, die konkreten Maßnahmen stärker kommuniziert und einzelne Vorhaben pragmatisch miteinander verzahnt werden. Kurzfristige Abhilfe gegen den IT-Fachkräftemangel kann eine stärkere finanzielle Förderung von praxisnahen Coding Schools und Bootcamp-Kursen für Quereinstiege schaffen“, sagte Rohleder.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, forderte auf der Pressekonferenz, die Förderung von Weiterbildung müsse „flexibler, effizienter und zielgerichteter“ werden. „Sie muss dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht wird, und in der Form, in der sie benötigt wird.“ Vielfach kenne man die konkreten Bedarfe aber noch gar nicht. Nötig seien „individuell passgenaue Lösungen, die wir gemeinsam in Netzwerken vor Ort entwickeln müssen“. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) benötigten hierbei Unterstützung.

Auch der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, begrüßte, dass sich die Strategie auf die ökologische und digitale Transformation in den Betrieben fokussiere und darauf, die Höhere Berufsbildung zu stärken, das Aufstiegs-Bafög auszubauen und die Weiterbildung zu digitalisieren. Es sei eine gute Nachricht, dass die 2019 von der Bundesregierung initiierte Nationale Weiterbildungsstrategie unter Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner fortgesetzt wird.

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