BR erlaubt Bearbeitung und Weiter­verbreitung von Bildungsinhalten

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Bild von einer Mathematikerin
Mathematikerin und Moderatorin Veronika Köberlein im Lernangebot "Telekolleg" vom BR - Foto: ARD-Presse/BR

Lernen und Teilen: Der Bayerische Rundfunk baut sein Lern­angebot Telekolleg zur multimedialen Bildungs­plattform „Kolleg24“ um und stellt ab 2023 den über­wiegenden Teil der Neu­produktionen unter die Creative-Common-Lizenz CC BY-SA. Das bedeutet, dass Interessierte die Inhalte bearbeiten und daraus eigenes Lehrmaterial erstellen sowie dieses in Webseiten oder Wikipedia-Artikel einbinden können. Einige wenige Inhalte unter CC-Lizenz hat die ARD schon jetzt, bisher jedoch ohne das Recht auf Bearbeitung.

BR-Intendantin Katja Wildermuth, erklärte , der Bedarf an Bildung wachse unaufhaltsam. „Seriöse, nach didaktisch-publizistischen Maßstäben erstellte und kuratierte Inhalte haben dabei einen hohen Wert. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir unsere digitalen Lehr- und Lernformate künftig auch unter einer weiten Creative-Commons-Lizenz anbieten können. Gerade für Lehrkräfte, Studierende, Schülerinnen und Schüler ist damit eine barrierefreie Nutzung und individuelle Verarbeitung für ihre eigenen Zwecke möglich. Das ist für mich echter öffentlich-rechtlicher Public Value.“

Der Lizenzumfang CC BY-SA eröffnet der ARD und dem Bayerischen Rundfunk, vor allem aber allen Interessierten und potentiellen Nutzerinnen und Nutzern neue Möglichkeiten: Die freiere Lizenz erlaubt die Bearbeitung – somit können zum Beispiel Lehrende, Schülerinnen und Schüler unter Verwendung des Angebots eigene Lernangebote kreieren. Diese freiere Lizenz ermöglicht auch, dass die Inhalte in die passenden Artikel bei Wikipedia hochgeladen werden. Damit werden die Beiträge einem großen Kreis von Nutzerinnen und Nutzern zugänglich gemacht.

Bei „kolleg24“ handelt es sich um digitale Lehr- und Lernformate, mit denen die Mittlere Reife oder die Fachhochschulreife erworben werden kann. Unabhängig davon lassen sich die Inhalte gezielt und einzeln auch von Schülerinnen und Schülern aller Schularten zur Vorbereitung, Nachbereitung oder Begleitung des Unterrichts einsetzen. Als erste Fächer werden 2023 Mathematik und Deutsch umgesetzt. Dabei entstehen bestmöglich auf den Inhalt zugeschnittene Videos, Audios, animierte Erklärgrafiken und Textdokumente.

Die ARD erhält nach eigenen Angaben viele Anfragen von Menschen aus völlig unterschiedlichen Kreisen, zum Beispiel von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Studierenden, Dozentinnen und Dozenten, aus der Erwachsenenbildung, von Hebammen, Seelsorgern und von Menschen mit einem bestimmten Hobby. „Sie alle teilen den Wunsch, bestimmte interessante Inhalte auf ihrer privaten Internetseite, in ihrem Schulblog oder in ihrem Podcast zu veröffentlichen und/oder zum Beispiel als Lehrmaterial zu verwenden. An alle diese Menschen richtet sich das Angebot.“

Public-Value-Strategie der ARD

Öffentlich-rechtliche Lerninhalte werden Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften bereits auf vielfältigen Wegen unkompliziert zugänglich gemacht. Die ARD sieht die noch breitere und rechtlich vereinfachte Weiterverwendung von Inhalten als Element zur Erfüllung ihres Auftrags zur freien Meinungsbildung und zur Orientierung in der Informations- und Mediengesellschaft. Vor diesem Hintergrund bietet die ARD die besten Lernvideos gebündelt in der Themenwelt Lernen in der ARD Mediathek (ardmediathek.de/lernen) an, macht Archivinhalte unter ARD.de/retro verfügbar, stellt umfangreich Material auf Bildungsplattformen zur Verfügung und veröffentlicht bereits viele Inhalte unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND, unter der zum Beispiel der Corona-Podcast von Prof. Ciesek und Prof. Drosten Erklärstücke von tagesschau.de oder einige Folgen des Podcasts „1000 Antworten“ von SWR Wissen erscheinen.

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