Berliner Weiterbildungs-Startup Coachhub sammelt 200 Millionen Dollar ein

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Coachhub Gründer Yannis und Matti Niebelschütz
Die Coachhub-Gründer Yannis (l.) und Matti Niebelschütz

Während viele Startups derzeit den Gürtel enger schnallen müssen und Probleme haben, neue Finanzierungsrunden abzuschließen, kann sich die Coaching-Plattform Coachhub über frisches Geld freuen. In einer Series-C-Runde stecken Risikokapitalgeber unter Führung der börsennotierten Investmentgesellschaft Sofina und dem japanischen SoftBank-Konzern 200 Millionen Euro in das Berliner Unternehmen. Das teilte das Unternehmen am 14. Juni 2022 mit.

Mit dem frischen Kapital will Coachhub sein Produkt weiterentwickeln und den Vertrieb ausbauen, um die globale Expansion zu beschleunigen. Nach einer 80-Millionen-Dollar-Runde vor nur acht Monaten bringt diese dritte Finanzierungsrunde die Gesamtfinanzierung des drei Jahre alten Unternehmens auf 330 Millionen Dollar. Neben Sofina und SoftBank Vision Fund 2 beteiligten sich auch die bestehenden Investoren Molten Ventures, SVB Capital, HV Capital, Signals Venture Capital und Speedinvest an der Runde.

Die bedeutende Wachstumsinvestitionsrunde sei eine Anerkennung für die herausragende Entwicklung und globale Marktposition von CoachHub, erklärte das Unternehmen. „Sie kommt zu einer Zeit, in der die betriebliche Weiterbildung einen rasanten Wandel durchläuft: Es wird erwartet, dass das Marktvolumen des digitalen Coachings um das bis zu 100-fache wachsen wird. Das führt dazu, dass die meisten großen Organisationen bis zum Ende des Jahrzehnts digitales Coaching in großem Umfang einführen werden.“

CoachHub bietet Coaching für Mitarbeiter aller Karrierestufen an – nicht nur für Führungskräfte – um die Führungsqualitäten zu verbessern, die Arbeitsleistung zu steigern und letztlich eine belastbarere und produktivere Belegschaft aufzubauen. Über web- und mobilbasierte Anwendungen bringt die Coaching-Plattform Lernende mit einem Pool von mehr als 3.500 zertifizierten Business-Coaches zusammen, die mehr als 60 Sprachen sprechen und in 90 Ländern in allen Zeitzonen ansässig sind. „Die App verbindet menschliche Expertise mit künstlicher Intelligenz, um Mitarbeiter mit ihren idealen Coaches zusammenzubringen und eine Bibliothek von Inhalten zu erstellen, die ihre Lernreise verbessert“, verspricht das Unternehmen.

Seit der Gründung vor drei Jahren ist CoachHub schnell gewachsen. Die jüngste Finanzierungsrunde werde die weitere Expansion vorantreiben, wobei der Schwerpunkt auf den Vereinigten Staaten liege. Das Unternehmen plant, seine Mitarbeiterzahl von 850 weltweit auf mehr als 1.000 bis zum Jahresende zu erhöhen. CoachHub bedient bereits die meisten führenden globalen Märkte und arbeitet nach eigenen Angaben mit großen multinationalen Unternehmen wie Coca-Cola, Danone, Toyota, LVMH, L’Oréal, Credit Suisse und Twitter zusammen.

CoachHub Coaching-Screens

„Da sich Unternehmen immer weiter an die neue Normalität hybrider und dezentraler Modelle anpassen, brauchen Führungskräfte individuelle Unterstützung und Lösungen, um die Leistung, das Engagement und die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern und gleichzeitig deren Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen“, erklärte Matti Niebelschütz, Mitgründer von CoachHub. „Digitales Coaching bietet diese und weitere Vorteile, was zu einer steigenden globalen Nachfrage nach den Dienstleistungen von CoachHub führt.“

CoachHub wird von den kooperierenden Unternehmen pro Coaching-Periode und Mitarbeiter vergütet. In der IT-Branche wäre das „Software as a Service“. Die Niebelschütz-Brüder Yannis und Matti Niebelschütz nennen ihr Geschäftsmodell leicht abgewandelt „Coaching as a Service“.

In einem Interview mit dem Portal „Gründerszene“ räumte Matti Niebelschütz ein, dass das veränderte Investitionsklima, das derzeit vielen Startups Probleme bereitet, auch an dem deutschen Edtech nicht spurlos vorbeigegangen sei: Die Runde habe etwas „länger gedauert, als wir es uns gewünscht haben“, sagte Niebelschütz. „Wir mussten eine Runde mehr drehen als letztes Jahr noch“, sagt er. Das sei aber auch in Ordnung so. Mittlerweile gehe es in den Pitches nicht mehr um bloßes Wachstum, sondern um die Frage, wie man effizient wachsen könne: „Da dauern die Gespräche eben länger als nur 30 Minuten.“

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