In 7 Schritten zur erfolgreichen E-Learning-Implementierung

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Schrittweise zur E-Learning-Implementierung
Schrittweise zur E-Learning-Implementierung

„Wir wollen Schulungen für unsere Mitarbeiter auch online anbieten“ oder „Wir brauchen ein Lernmanagement-System für unser Unternehmen“ – so beginnt in vielen Unternehmen und Organisationen der Prozess der E-Learning-Implementierung. Im Vordergrund stehen häufig zunächst die Inhalte oder die Technik. Dabei entwickelt sich die Einbindung von Online-Lernen häufig zu einem langfristigen Prozess der Organisationsentwicklung, der neue Rollen, Kompetenzen und Prozesse hervorbringt bzw. benötigt. Hier finden Sie sieben Schritte, die zu einer nachhaltigen und erfolgreichen Implementierung von digitalem Lernen führen:

Schritt 1: Ein klares Ziel entwickeln

Ein klares Ziel ist das Mantra allen Projektmanagements, beim E-Learning häufig jedoch gar nicht so einfach umzusetzen. Binden Sie alle Stakeholder in die Zielentwicklung mit ein: Von der Geschäftsführung über die Fachabteilungen und Marketing/ Vertrieb bis hin zur IT, auch der Betriebsrat ist früh einzubeziehen. Dabei hilft es, sich gemeinsam klar zu machen, welches Lernkonzept verfolgt werden soll: Live-Webinare oder E-Learning oder Blended Learning-Formate. Auch Formen des Sozialen Lernens sollten in die Online-Konzepte einbezogen werden. Denn diese Entscheidung wirkt sich vor allem auf die benötigte Technik und die Kompetenzen aus.

Schritt 2: Einen Plan für die Technik schmieden

Ohne Lerntechnologie lässt sich E-Learning nicht verwirklichen. Plattformen für Live-Meetings und-fortbildungen wie Zoom, Teams, Webex oder BigBlueButton gehören in den meisten Unternehmen mittlerweile zum Standard. Sie lassen sich gut für Fortbildungen nutzen. Häufig wird aber auch eine Lernplattform benötigt, wenn z. B. Erklärvideos, Tutorials, Webbased Training, Lernnuggets oder andere Formate für das flexible Lernen jederzeit bereitgestellt werden sollen. Autorenwerkzeuge sind erforderlich, wenn diese Schulungsmedien selbst erstellt werden sollen. Ein Plan für die Technik definiert einen Rahmen, in dem dann das bevorzugte Lernkonzept ausgebaut werden kann. Einen Fehler sollte man jedoch vermeiden: Den größten Teil des Budgets für die Technik einzusetzen. Das mag anfänglich richtig sein, jedoch für die Erstellung von E-Learning und den Aufbau der Prozesse ist meist der längere Atem erforderlich.

Schritt 3: Ein Team aufbauen

E-Learning ist Teamwork, hier verbinden sich Kompetenzen in den Bereichen Inhalte, Design, Technik, Prozesse und weitere Rahmenbedingungen. Ein Team kann klein starten, sollte jedoch in der Lage sein, im Unternehmen oder extern weitere Ressourcen aufzubauen. Von daher ist die größte Stärke eines guten E-Learnings-Teams häufig die Kommunikation mit allen Stakeholdern.

Schritt 4: Qualität definieren

Wie sieht für uns ein guter Kurs aus? Was macht ein gelungenes Online-Seminar aus? Diese Fragen helfen Qualitätsstandards zu definieren. Diese Standards lassen sich aus der bisherigen Erfahrung in Aus-, Fort- und Weiterbildung häufig schon umreissen. Hilfreich ist auch die Arbeit mit Prototypen: Bauen Sie ein, zwei Kurse oder lassen sich diese erstellen und nutzen diese dann, um sich z. B. über die Länge, die inhaltliche Ausgestaltung oder das Design abzustimmen. Bei diesem Prozess sollten auch die Lernenden nicht vergessen werden.

Schritt 5: Risiken abschätzen

Risiken vorab abzuschätzen und Plan B zu entwerfen ist Aufgabe des E-Learning-Teams. Das Projekt kann in Zeit, Budget, Qualität aus dem Ruder laufen. Hier gilt es vorab, mögliche Warnzeichen zu definieren und als Teil des Risikomanagements Ansätze für Lösungen zu entwickeln.

Schritt 6: Einen Zeitplan aufbauen

„Könnt Ihr mal eben ein E-Learning zu XYZ machen?“ Diese Forderung hat schon manches E-Learning-Team gehört. Doch meist lässt sich ein E-Learning nicht zwischen Tür und Angel bauen. Teams, die das können, sind in der Regel sehr gut vorbereitet, können die Erwartungen managen und haben alle Abläufe bestens durchdacht. Ein Zeitplan für die Veröffentlichung hilft dem E-Learning-Team sich selbst zu strukturieren und bei der unternehmensinternen Kommunikation realistische Erwartungen aufzubauen.

Schritt 7: Das E-Learning bekannt machen

Durch eine gute Kommunikationsstrategie wird E-Learning in der Organisation verankert. Das kann durch Plakate und Beiträge im Intranet, aber auch durch Postkarten, T-Shirts oder z. B. E-Learning-Tage geschehen. Auch das Team sollte ein Gesicht in der Organisation bekommen, z. B. durch Erwähnung in jedem Online-Kurs.

Bild: Unsplash/Lindsay Henwood